Bali, mein Highlight der letzten zwei Monate!!!

Laurie und ich sind zu einem späten Frühstück verabredet, danach wollen wir in den Monkey Forest, ein Ort an dem Affen frei und wild leben. Leider gibt es zu viele Touristen, die unbedingt ein Foto mit einem Affen auf der Schulter brauchen und die Tiere mit Futter locken. Die Affen haben sich mittlerweile daran gewöhnt gefüttert zu werden und nicht mehr selbst auf Nahrungssuche zu gehen, sie wissen genau, wie sie bekommen was sie wollen. Man wird schon vorher gewarnt, Sonnenbrille und Schmuck sollte man besser gar nicht erst tragen, den Affen nicht direkt in die Augen sehen, nicht rennen, auch nicht laut schreien, das könnten die Tiere als Angriff auffassen und würden sich verteidigen.

Uns ist ein wenig mulmig als wir durch den Wald laufen, wohl auch, weil wir gelesen haben, dass Tollwut-Impfstoff auf Bali nicht immer vorrätig ist, sollte man gebissen werden, müsste man eventuell nach Singapur oder Bangkok fliegen. Wir sehen nur einen kleinen Teil, aber verlassen unversehrt den Wald, ein paar schöne Tage auf Bali sind uns mehr wert.

Am Tag darauf möchte ich mir die typisch balinesischen Tänze ansehen, Joyce, eine Holländerin aus meinem Zimmer, kommt mit mir. Auf der Straße werden uns immer wieder Tickets angeboten, man hat die Wahl zwischen verschiedenen Tempeln, Tänzen und Musik. Wir entscheiden uns für einen kleineren Tempel in der Nähe des Ubud Palace. Dieser ist von Wasser und Seerosen umgeben und wird abends mit Scheinwerfern angestrahlt, eine schönere Kulisse könnte ich mir kaum vorstellen. Musik wird auf Trommeln und Instrumenten aus Bambusrohren gemacht, Kostüme, Make up und Kopfschmuck der Tänzer sind ein Kunstwerk für sich. Die Augen und Hände erzählen einen großen Teil der Geschichten. Wir sind begeistert!! Nur beim letzten Tanz rutschen wir etwas tiefer in unsere Stühle hinein, einige Zuschauer werden einzeln auf die Bühne gebeten und zum Mittanzen aufgefordert, vor allem ein Mann schlägt sich tapfer.

Die Nacht ist angenehm warm, wir schlendern noch ein Stück durch die Straßen und lassen in einer kubanischen Bar bei einem Piña Colada den tollen Abend ausklingen.

Früh um neun werde ich von einem Minivan abgeholt, heute habe ich einen Ausflug gebucht, mit mir noch zwei Mädels aus England, zwei Jungs aus Japan, eine Belgierin und eine Russin. Erster Halt ist die Goa Gajah Tempelanlage. Will man eine solche Anlage besichtigen muss man die Beine mit einem Sarong verdecken, dafür habe ich mir extra einen gekauft und ausgerechnet heute im Hostel vergessen… aber keine Sorge, man steigt aus dem Auto aus und kann gar nicht so schnell gucken, wie einem ein Sarong um die Hüften gebunden wird. Die Händler verlangen Unsummen und die doofen Touris lassen sich meist darauf ein, keiner sagt ihnen, dass man am Eingang zum Tempel kostenlos einen Sarong leihen kann…

Die Anlage selbst reißt mich nicht vom Hocker. Der Gunung Kawi Tempel, unser zweiter Stopp, umso mehr. Er ist umgeben von Reisterrassen und Wald, ein kleiner Fluss schlängelt sich an ihm vorbei, auf großen Steinen am schattigen Flussufer kann man Energie tanken, denn der Rückweg führt über viele Stufen auf den Berg zum Auto. Dritter Halt ist am Holy Spring Temple, hier kann man viele Einheimische bei ihren Zeremonien beobachten. Es gibt mehrere Becken mit glasklarem Wasser, in einem davon schwimmen hunderte riesige Koi-Karpfen, in einem anderen stehen die Menschen im kalten Wasser Schlange, um sich mit dem heiligen Wasser, welches aus der Wand kommt, zu waschen. Dieses Wasser muss Unglaubliches bewirken, anders kann ich mir die frierenden Menschenmassen im Wasser nicht erklären.

Unsere Tour geht weiter zu einer Kaffee-Plantage, eigentlich der Punkt auf unserem Programm, der mich am wenigsten interessiert hat, für mich im Nachhinein fast das Beste am ganzen Ausflug. Ein Guide führt uns über die Plantage und erklärt uns alle Pflanzen, Wahnsinn was hier alles Tolles wächst! Neben Kaffee, sehen wir Zimt, Kakao, Zitronengras, Vanille, Pfeffer, Mango, Ananas, Ginseng, natürlich Bananen und Kokosnüsse, alles das und noch viel mehr wird auf der Plantage verarbeitet und kann man vor Ort probieren und kaufen.

Eine absolute Besonderheit ist der Luwak Kaffee, von unserem Guide als der beste Kaffee der Welt angeprießen. Die reifen Kaffee-Kirschen werden von einer bestimmten Schleichkatzenart gefressen, das Fruchtfleisch verdaut, die Bohnen werden Enzymen ausgesetzt die den Geschmack des Kaffees intensivieren. Anschließend werden sie wieder ausgeschieden, gesammelt, gewaschen, getrocknet, geschält und geröstet. Allein das rösten der Bohen dauert 40 Minuten. Ich darf es auch mal versuchen. Im Anschluss werden uns verschiedene Tassen mit Tee- und Kaffeesorten zum probieren angeboten, alles schmeckt lecker, mir vor allem der Vanille Kaffee.

Von der Kaffee-Plantage aus geht es weiter zu einem Aussichtspunkt, von welchem man einen tollen Blick auf den Kintamani-Vulkan hat, ganz ohne hoch laufen zu müssen ;-).

Der letzte Programmpunkt sind die Reisplantagen. In einem Restaurant hat man die Möglichkeit Mittag zu essen und nebenbei den schönen Ausblick zu genießen. Danach fahren wir ungefähr eine Stunde zurück nach Ubud, obwohl ich nicht viel gemacht habe, bin ich am Ende des Tages völlig entkräftet und freue mich auf das Pizzaessen am Abend mit den Mädels. Für mich geht es am nächsten Tag weiter nach Padang Bai, Joyce hat beschlossen mitzukommen, ich freu mich, dass wir noch eine Weile gemeinsam unterwegs sind.

Nach dem Frühstück fahren wir mit einem Minivan nach Padang Bai, ein winziger Ort direkt am Meer. Viele kommen nur hierher, um mit der Fähre zu den Inseln zu fahren, dafür fehlt mir leider die Zeit, die Inseln müssen bis zum nächsten Mal warten.

Unser Hostel ist direkt am Hafen, nachts höre ich vom Bett aus das rauschen des Meeres, früh wird man vom krähen der vielen Hähne geweckt. Ganz in der Nähe gibt es zwei kleine versteckte Strände. Ohne den Hinweis aus unserem Hostel wäre ich nie auf die Idee gekommen die steile Schotterpiste hoch zu laufen, aber dahinter befindet sich tatsächlich ein Strand, weißer Sand, Palmen, türkisblaues Wasser, kaum Touristen.

Am Tag darauf wollen wir uns ein Stück außerhalb zwei Tempel ansehen. Die Taxifahrer verlangen wie immer zu viel… wir sind schon dabei zu gehen, da werden wir wieder zurück gerufen. Mit dem Bemo, einem kleinen Transporter mit sich gegenüberstehenden schmalen Sitzbänken, fahren wir nach Candidasa, die Tür bleibt während der Fahrt offen, Gurte gibt es keine. Wir halten nur eine halbe Stunde, der Tempel ist nicht sonderlich sehenswert, direkt gegenüber ist ein großer Teich mit Seerosen und dahinter das Meer. Nach 30min fahren wir weiter nach Tirta Gangga, hier gibt es einen kleinen, wunderschönen Wasserpark. Die Anlage ist ein Traum!!! In einem der Becken, mit glasklarem Wasser, darf man sogar schwimmen! Das Wasser ist kalt, aber die perfekte Erfrischung an einem heißen Tag! Nach nur einer Stunde fahren wir zurück nach Padang Bai.

Für den Rest des Tages haben wir uns die blaue Lagune vorgenommen, der zweite kleine Strand. Direkt am Meer gibt es ein Restaurant, hier kann man wunderbar, günstig essen und dabei den traumhaften Blick genießen. In den Ästen eines Baumes hängt ein Schild, was darauf hinweist, dass man Schnorchel-Equipment ausleihen kann. Während Joyce sich am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, schnorchel ich durch die Bucht. Die Wellen sind teilweise ganz schön heftig, ohne Tauchflossen hätte ich wohl einige Probleme der starken Strömung zu entkommen, man muss aufpassen, dass man nicht gegen die vielen Steine gespült wird. Die Unterwasserwelt fasziniert mich auch hier wieder. Joyce Kamera ist wasserdicht bis 3m, mit ihr versuche ich ein paar der tollen, bunten Fische und Korallen festzuhalten, leider kann man die Fotos nicht annähernd mit der Realität vergleichen und durch die Wellen ist es gar nicht so einfach die Bilder nicht zu verwackeln. Zurück an Land hab ich noch lange Zeit später das Gefühl von den Wellen hin und her geschaukelt zu werden.

Abends essen wir in einem Restaurant, welches uns auf dem Weg in die blaue Lagune aufgefallen ist. Im Topi Inn ist Livemusik und was könnte den letzten Abend auf Bali noch perfekter machen?? Es gibt Kartoffelbrei!!! 😀 😀 😀 Ein Mann spielt auf der Gitarre und singt, ab und zu steigt ein Gast mit seiner Mundharmonika ein, mal setzt sich der Kellner dazu und spielt auf einer Trommel, sogar der Koch macht mit. Wer singen oder ein Instrument spielen kann, ist eingeladen dies zu tun, die Gäste singen alle zusammen die bekannten Refrains mit, unmittelbar neben uns rauscht das Meer… Bali hat am letzten Tag noch einmal alles gegeben um mich von sich zu überzeugen, dabei wäre das schon längst nicht mehr nötig gewesen! Die Insel hat im Sturm mein Herz erobert, ich möchte definitiv hierher zurück kommen!!! Vorerst muss ich mich jedoch schon wieder verabschieden… es folgt wie üblich

mein Fazit:

            • die Leute sind wahnsinnig freundlich und hilfsbereit
            • nirgendwo habe ich mich so sicher und wohl gefühlt
            • voll von beeindruckender Handwerkskunst und Ästhetik
            • ja, es gibt sehr viele Touristen, aber wo gibt es die nicht?
            • Bali ist wunderschön!
            • In 10 Tagen habe ich 3.554600 Rupiah ausgegeben, das sind ca 237€, macht 23,70€ pro Tag

Ich könnte mein Loblied noch eine Weile fortführen, aber am allerbesten ist es, sich selbst davon zu überzeugen. Der Abschied fällt mir zum ersten Mal schwer, vor mir liegt eine anstrengende Reise. Schon vormittags muss ich aus dem Hostel auschecken und fahre zum Flughafen. Bis zum Abflug habe ich noch 7 Stunden, mit meinem kompletten Gepäck jedoch unmöglich die Zeit irgendwie zu nutzen. Dann fliege ich 2,5 Stunden nach Singapur, habe hier 12,5 Stunden Aufenthalt, zwei weitere Stunden Flug nach Vietnam. Nächste Station: Ho Chi Minh City.

Frühstück

Frühstück

Monkey Forest

Monkey Forest

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Adi!!!! Hilfe!!!!!!!

Adi!!!! Hilfe!!!!!!!

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Die Eingangstür in mein Hostelzimmer!!!

Die Eingangstür in mein Hostelzimmer!!!

Frisch gewaschene und gebügelte Wäsche!

Frisch gewaschene und gebügelte Wäsche!

Reisfeld direkt neben dem Hostel

Reisfeld direkt neben dem Hostel

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Reisterrassen am Gunung Kawi Tempel

Reisterrassen am Gunung Kawi Tempel

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Koi-Karpfen im Holy Spring Temple

Koi-Karpfen im Holy Spring Temple

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Kaffee

Kaffee

Kakao

Kakao

Ananas

Ananas

beim rösten der Kaffeebohnen...

beim Rösten der Kaffeebohnen…

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Eine Frau beim Wäschewaschen direkt am Meer

Eine Frau beim Wäschewaschen direkt am Meer

Tirta Gangga

Tirta Gangga

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OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Nachmittags in der blauen Lagune

Nachmittags in der blauen Lagune

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Sonnenuntergang über Padang Bai

Sonnenuntergang über Padang Bai

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