Time to hostel

Sechs Stunden dauert unsere Fahrt, dann kommen wir in Cordoba an.

Zum ersten Mal haben wir ein Zimmer im Hostel. Es ist schon früher Abend und wir sind kaputt von der langen Fahrt, nur noch schnell Geld holen, etwas Essen gehen und dann früh ins Bett… dachten wir, bis wir Amelie und Max aus Stuttgart kennen gelernt haben. Beide sind schon ein paar Wochen unterwegs und haben sich zufällig getroffen. Wir sitzen unter freiem Himmel, die Temperaturen werden allmählich angenehmer, erzählen von unseren bisherigen Erlebnissen und teilen uns Bier. (Oft kann man das Bier nur in Literflaschen kaufen, für mich alleine meistens zu viel, zusammen schmeckts sowieso besser!) Dann erfahren wir, dass Max seit Null Uhr Geburtstag hat, darauf müssen wir anstoßen.

So verfliegt die Zeit, plötzlich ist es um Vier. Jetzt aber nichts wie ins Bett!

In unserem Zimmer haben wir nur einen Ventilator, wegen der Mücken machen wir die Fenster lieber zu, es ist unerträglich stickig und heiß. Nach nur drei Stunden mehr oder weniger Schlaf klingelt der Wecker, wir wollen das Frühstück nicht verpassen.

Im Innenhof gibt es eine Gemeinschaftsküche und einen großen Tisch, an welchem alle zusammen sitzen, zum Frühstück bekommen wir Pancakes mit Dulce de Leche.

Es ziehen Wolken auf, dann fallen dicke Tropfen und es gewittert, wir sind ganz froh, dass sich die Luft etwas abkühlt und sind, bei weit aufgerissener Tür und Fenstern, ein paar Stunden faul. Ich nutze die Zeit für den Blog, Marcel für den Game Boy.

Am Nachmittag laufen wir mit Amelie und Max ein Stück durch die Stadt, essen Eis, durchqueren eine große Parkanlage und beschließen auf dem Rückweg abends zusammen zu kochen. In letzter Zeit gab es oft Pizza, Burger, Pommes, Empanadas, immer viel Teig und Brot, deshalb freu ich mich umso mehr auf etwas Frisches, Gesundes.

Die anderen Hostelbewohner wollen nach dem Essen auf einen Kunsthandwerkermarkt und fragen, ob wir mitkommen. Der Markt, im Stadtviertel Barrio Güemes, findet an den Abenden eines jeden Wochenendes statt, hier, zwischen vielen kleinen Ständen, an denen man Schmuck, Bilder, Bücher, Blumen, Essen und vieles mehr kaufen kann, wuseln alle Altersklassen durch die schmalen Gässchen. Aus den Kneipen und Restaurants kommt Musik, eine Band spielt live auf der Straße, ein Mann jongliert mit Keulen, auf der Mauer am Straßenrand sitzen die Leute und trinken Wein. Eine total schöne Atmosphäre! Leider sind wir etwas spät dran und die Stände werden schon langsam abgebaut, wir sind eh müde von der letzten Nacht, machen uns auf den Rückweg und lassen Max‘ Geburtstag bei einem leckeren Cocktail ausklingen.

Am nächsten Tag müssen Amelie und Max schon weiter, wir verbringen noch einen faulen Tag zusammen im Hostel, es ist einfach zu heiß um wirklich etwas zu unternehmen, noch ein paar Fotos, dann verabschieden wir uns.

Eigentlich wäre unser Plan gewesen von Cordoba zu den Iguazu Wasserfällen an der brasilianischen Grenze zu fahren, jedoch ist die Entfernung ziemlich groß, eine Busfahrt dauert 22 Stunden, abgesehen davon würden wir auch gern Teile von Bolivien und Chile sehen, was in der entgegengesetzten Richtung liegt. Kurzerhand werden sämtliche Pläne über den Haufen geworfen, wir buchen zwei Tickets nach Salta, um von da aus weiter nach Chile zu fahren. Den Rest unserer Zeit in Cordoba schlendern wir durch die Straßen, aber sooo besonders finden wir sie nicht, immer mal wieder ein schönes Gebäude, aber irgendwie sehr durcheinander gewürfelt.

Trotzdem hat es uns in unserem Hostel echt gut gefallen.

Hostelleben bedeutet zwar generell ein paar Abstriche zu machen, was Komfort und Sauberkeit betrifft, die Begegnungen mit anderen Reisenden sind dafür unbezahlbar.

Nach vier Nächten hier, packen wir mal wieder unsere Sachen und laufen zum Busbahnhof.

Unser Bus fährt gegen 18 Uhr ab, über Nacht zwölf Stunden in den Norden Argentiniens nach Salta.

Bedauerlicherweise sind unsere Sitze diesmal nicht ganz so bequem, aber da müssen wir durch. Während der Fahrt laufen Filme, wir sind erstaunt, dass der erste auf Englisch mit spanischem Untertitel ist, nach nicht allzu langer Zeit wird die Lautstärke runter gedreht, wir verstehen so gut wie gar nichts mehr. Der zweite Film ist in Spanisch und ziemlich brutal, es wird gekämpft, geschossen, getötet, Blut spritzt, an manchen Stellen gucken sogar wir angewidert aus dem Fenster, unserer Meinung nach nicht unbedingt die passende Unterhaltung für kleine Kinder kurz vor dem Einschlafen. In Deutschland hätte es keine 2 Minuten gedauert, bis eine Horde entsetzter Eltern Beschwerde eingelegt hätte, hier interessiert das offenbar niemanden.

Um Zehn Uhr abends, manche sind schon eingeschlafen, wird grelles Licht angeschaltet, ein Mann verteilt Tabletts, Essen und Getränke, ähnlich wie im Flugzeug, nicht die Wucht, aber immerhin.

Unsere Nacht ist ziemlich unruhig, gegen halb sieben früh, es ist noch dunkel, halten wir auf einem Parkplatz, es folgt eine spanische Ansage, von der wir nur Salta verstehen, vorsichtshalber fragen wir nach und erfahren, dass wir den Bus wechseln müssen, raus aus dem Bus, Gepäck entgegen nehmen, wieder abgeben, rein in den nächsten. Hier schläft uns bald das Gesicht ein, riesige Ledersessel, man sitzt wie auf Wolken, die letzte halbe Stunde von 12!!! reisen wir ausgesprochen bequem!

Am Busbahnhof angekommen gibt’s erst mal einen Kaffee, danach suchen wir den Weg zum Hostel. Dort angekommen, treffen wir einen Brasilianer wieder, der mit uns im selben Hostel in Cordoba war und perfekt Deutsch spricht, er erzählt uns, dass Amelie und Max noch in der Stadt sind, nur 50m von unserem Hostel entfernt.

Zum einchecken ist es zu früh, wir wollen noch mal zurück zum Busbahnhof um die nächsten Tickets zu besorgen und vorher die Beiden begrüßen. Die Wiedersehensfreude ist groß, wir wollen die nächsten Tage gemeinsam weiter reisen.

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gemeinsames Schnippeln...

gemeinsames Schnippeln…

...und später essen

…und später essen

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Immer noch Weihnachtsbeleuchtung

Immer noch Weihnachtsbeleuchtung

auf dem Nachtmarkt

auf dem Nachtmarkt

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Blödsinn mit Amelie und Max

Blödsinn mit Amelie und Max

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abhängen im Hostel :)

abhängen im Hostel 🙂

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aus dem Bus heraus auf dem Weg nach Salta

aus dem Bus heraus auf dem Weg nach Salta

könnte auch die Sächsische Schweiz sein

könnte auch die sächsische Schweiz sein

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