Von Salta durch die Anden, über die Grenze nach Chile

Es dauert eine kleine Ewigkeit, bis wir am Busbahnhof in Salta an unsere Bustickets gelangen, nur keine Eile, mit Kreditkarte zahlen ist nicht möglich, Geld am nächsten Bankautomaten abheben auch nicht.. aber letztendlich halten wir die Fahrkarten in der Hand.

Gegen Mittag treffen wir die Anderen wieder und laufen in die Stadt, um an einer bestimmten Bank Geld abzuheben, das funktioniert zum Glück problemlos. Nebenbei sehen wir etwas von Salta und finden die Stadt wirklich schön!

Es ist heiß, wir müssen aufpassen nicht zu verbrennen. Zum Mittag gehen wir mit Amelie auf die Suche nach einem Snack und landen, schon wieder, am Busbahnhof.

Abends, im Hostel der Anderen, versuchen wir im Internet ein Hostel in San Pedro de Atacama zu finden, fast alle sind ausgebucht, wir finden nichts. Was soll’s, wir laufen noch mal ins Zentrum und gehen einen Cocktail trinken.

Unsere Weiterreise startet allerdings am nächsten Morgen um 7, mit dem Bus durch die Anden und über die Grenze nach Chile, elf Stunden und dann vor Ort, hoffen wir für uns alle ein Hostel zu finden.

Auf ins Abenteuer, was bleibt uns anderes übrig.

Der Bus kommt zu spät, aber er kommt. Am Busbahnhof ist es nicht möglich ein Sandwich oder Ähnliches für unterwegs zu kaufen, Amelie hat Kekse für uns alle gebacken und verteilt Lunchpakete, auch im Bus bekommen wir ein paar Snacks, wir werden uns in den nächsten Stunden überwiegend von Süßigkeiten ernähren müssen.

Nach kurzer Zeit erreichen wir das Gebirge und fahren über kurvige Straßen durch die Berge. Die Landschaft ist der Wahnsinn, riesige grüne Berge, ausgetrocknete Flussläufe, kurz danach trockene kahle Steine auf denen Kakteen wachsen, die Farben der Berge wechseln von Rot über Beige, Braun, Blau und Grau, teilweise sieht man die unterschiedlich übereinander lagernden Gesteinsschichten.

Die Bestimmungen um über die Grenze zu gelangen sind ziemlich streng, man darf keine frischen Früchte oder Gemüse einführen, keine Pflanzen, Samen, Tiere. Wir haben Äpfel und eine Avocado im Handgepäck, die müssen gegessen werden. Vorbereitend auf die Reise habe ich einen kleinen Gewürzstreuer gekauft, jetzt kommt er endlich mal zum Einsatz.

Beim Blick aus dem Fenster sehen wir unendlich weite, flache ausgetrocknete Böden, von Rissen durchzogen, später riesige weiße Salzfelder, dann wieder steppenartige Landschaft, ab und zu kleine Dörfer mit Hütten aus Lehm, Ziegen die über den steinigen Boden springen, Lamas, der Bus muss bremsen, weil Esel auf der Straße stehen.

Ein Leben hier, mitten im Gebirge, vollkommen abgeschieden und unter extremen Bedingungen ist sicher nicht leicht!

Dann endlich erreichen wir die chilenische Grenze, alle müssen mit Handgepäck aus dem Bus raus und sich an eine lange Schlange anstellen, Passkontrolle. Unserem Busfahrer dauert das zu lange, er beginnt eine lautstarke spanische Diskussion, die anderen Wartenden antworten verständnislos und aufgebracht. Nach einer halben Stunde steigen wir unverrichteter Dinge wieder in den Bus, die Pässe werden eingesammelt, Formulare zum ausfüllen verteilt, wieder warten, die Pässe bekommen wir abgestempelt zurück, dann sollen wir wieder aussteigen, hätten wir Amelie nicht an unserer Seite, würden wir kein Wort verstehen.

Wir müssen unsere großen Rucksäcke entgegen nehmen und das komplette Gepäck durchleuchten lassen, wieder stehen wir an der langen Schlange in der prallen Sonne und warten. Es vergehen sicher zwei Stunden bis wir weiter fahren, läuft das hier immer so???

Bis nach San Pedro soll es jetzt nicht mehr lange dauern, allerdings machen uns die Höhenunterschiede ziemlich zu schaffen. Wir alle haben Kopfschmerzen und Druck auf den Ohren, manchen wird übel, nicht wenige im Bus müssen sich übergeben.

Und dann endlich sind wir da. Irgendwo im Nirgendwo, die Umgebung komplett in Sand und Staub gehüllt, unserem ersten Eindruck nach fernab jeglicher Zivilisation. In einem Café hinter dem Busbahnhof gibt es Wifi und wir können nach einem Hostel schauen. Amelie gelingt es per Telefon 5 Betten für uns zu reservieren, dann laufen wir los und fragen jeden Vorbeikommenden nach dem Weg. Unterwegs finden wir noch ein günstigeres Hostel und entscheiden uns da zu bleiben. Die Suche nach einer Unterkunft war zum Glück viel unkomplizierter als am Abend zuvor vermutet.

Das Zentrum der kleinen Stadt ist doch viel schöner als erwartet, überall kleine, flache Lehmhütten, winzige Lebensmittelgeschäfte und Souvenirläden, Reiseagenturen, Restaurants und Cafés, in den staubigen Straßen sind viele Menschen aus aller Welt unterwegs.

Am nächsten Tag vergleichen wir die Angebote der Agenturen und buchen zu sechst eine 3 Tages-Tour zum Salar de Uyuni nach Bolivien. Ein abwechslungsreiches und aufregendes Programm steht uns bevor, aber dazu später mehr.

Am Abend machen wir einen Ausflug ins Valle de la Luna, das Tal des Mondes. Die vegetationsarme Wüstenlandschaft ist Teil der Atacamawüste, dem trockensten und staubigstem Ort der Welt. Gar nicht weit von San Pedro entfernt, erwartet uns eine beeindruckende Landschaft, die die meisten von uns so noch nie gesehen haben.

Mit einem kleinen Bus fahren wir von Ort zu Ort, unser Guide läuft mit uns ein Stück auf einen der Berge, von welchem wir einen traumhaften Blick haben. Es ist trocken, sehr windig, die winzigen Sandkörnchen stechen wie Nadeln. Die Wege sind eher kleine Trampelpfade, sandig und mit losen Steinen, man muss aufpassen wohin man tritt, denn neben uns geht es steil bergab. In einer großen Schlucht testen wir wie oft wir das Echo hören können, dann geht es allmählich zurück zum Auto.

Wir halten immer mal wieder an den besonders eindrucksvollen Formationen, zu guter Letzt fahren wir auf eine Hohen Berg, von welchem wir einen schönen Sonnenuntergang beobachten können, dazu gibt es einen chilenischen Cocktail und einen kleinen Snack. Kaum ist die Sonne untergangen kommt der Vollmond hinter den Wolken hervor. Es wird frisch und allmählich dunkel, beeindruckt und glücklich machen wir uns auf den Rückweg, ein absolut toller Ausflug!!!

Jetzt bleibt uns noch ein ruhiger Tag zum organisieren und vorbereiten, bevor wir nach Bolivien aufbrechen. Die Tour ist komplett durch organisiert, Transport, Verpflegung und zwei Übernachtungen sind inbegriffen. Die meiste Zeit werden wir im Jeep unterwegs sein, viele Höhenmeter zurück legen, es wird kalt werden, wir werden weder Empfang noch Internet haben und nach drei Tagen in Uyuni ankommen. Seit gespannt auf unseren Bericht, ich bin es auch! 🙂

Salta Zentrum

Salta Zentrum

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Avocado im Bus :)

Avocado im Bus 🙂

allgemeines schlafen

allgemeines schlafen

auf geht's in die Anden

auf geht’s in die Anden

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Kakteen in freier Wildbahn

Kakteen in freier Wildbahn

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Salz wohin das Auge reicht

Salz wohin das Auge reicht

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an der Grenze

an der Grenze

San Pedro de Atacama

San Pedro de Atacama

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im Hostel

im Hostel

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bloß nicht nach unten schauen

bloß nicht nach unten schauen

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mit Amelie, Max und Huub (aus den Niederlanden)

mit Amelie, Max und Huub (aus den Niederlanden)

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wir vor dem "Amphitheater"

wir vor dem „Amphitheater“

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links im Bild unser Guide Edgardo

links im Bild unser Guide Edgardo

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