Irgendwo im Nirgendwo

Früh halb acht werden wir von einem kleinen Bus abgeholt und sammeln in der Stadt noch andere Touristen ein. Wir fahren zuerst zum chilenischen Grenzübergang, hier werden unsere Pässe aus gestempelt, dann geht es weiter, hoch hinaus in die Berge zur bolivianischen Grenze.

Wir werden gleich am ersten Tag bis auf 5200m über dem Meeresspiegel fahren, ein Höhenunterschied, den nicht jeder so ohne weiteres verträgt. Kopfschmerzen, Druck auf den Ohren, Sauerstoffmangel, Übelkeit, alles keine seltenen Begleiterscheinungen. Uns wurde im Vorfeld geraten kein rotes Fleisch zu essen und auf Kohlensäure und Alkohol zu verzichten.

Eine kleine Hütte, irgendwo zwischen den Bergen, ist der bolivianische Grenzübergang, hier erhalten unsere Pässe wieder einen Stempel, in einem Container muss ein weiteres Formular ausgefüllt werden.

Die Touris werden in 6-er Gruppen auf diverse Jeeps verteilt, wir sind schon vollzählig. Amelie und Max aus Stuttgart, Huub aus den Niederlanden, Gilles aus der Schweiz und wir. Bevor das Gepäck verladen und die Autos bestiegen werden, gibt es Frühstück, dann folgt eine kurze Einweisung vom Fahrer, Amelie übersetzt zum Glück für uns, Germán spricht ausschließlich Spanisch.

Die großen Rucksäcke und unsere Wasserkanister werden aufs Dach geschnallt, dann geht es los.

Auf dem heutigen Programm stehen verschieden farbige Lagunen, die Dali-Wüste, ein Freiluft- Thermalbecken, ein Geysir, und unsere erste Übernachtung in der Wüste.

Die Landschaft ist absolut beeindruckend, unendliche Weite, überwiegend unberührte Natur, so vielfältig und reich an Bodenschätzen und Mineralien. Wir halten immer mal wieder an, um Fotos zu machen und zu staunen.

Lamas kreuzen unseren Weg, die Lagunen sind voller wilder Flamingos.

Gegen Nachmittag erreichen wir unser Hostel, nur ein paar Lehmhütten, fernab jeglicher Zivilisation. Uns wurde schon vorher gesagt, dass es keine Duschen gibt und nur 3-4 Stunden Strom am Abend.

Die Zimmer sind schnell verteilt, dann gibt es Mittagessen, KARTOFFELBREI!!! ❤

Nach unserem fantastischen Essen, ist uns allen eher nach Siesta, aber wir fahren noch mal los zur letzten Lagune für diesen Tag. Auch wenn die Sonne in dieser Höhe noch intensiver ist, ist es sehr windig und im Vergleich zu den letzten Tagen echt kalt.

Zum Aufwärmen gibt es im Hostel Tee, die Zeit bis zum Abendessen überbrücken wir mit Karten spielen, als das Licht angeht und wir Strom haben, werden sämtliche Kameras und Handys geladen.

Halb zehn wird der Strom abgestellt, wir gehen ins Bett und kichern noch eine Weile, wie Schüler auf einer Klassenfahrt. Amelie versucht Huub auf Englisch zu erklären, dass Sie Krümel im Bett hat und findet das passende Wort nicht, Sie umschreibt es mit Cookie-Stuff.

Zweiter Tag, wieder eine lange Tour mit viel Programm, holprige Straßen, skurrile Steinformationen, riesige Lagunen mit vielen Flamingos, Blick auf einen Vulkan, zu guter Letzt erreichen wir die winzige Wüstenstadt San Juan, in der wir die zweite Nacht verbringen werden. Das Hostel besteht zu großen Teilen aus Salz, Wände, Tische, Stühle, auf dem Boden liegt loses Salz. An den wenigen Duschen stehen Schlangen, aber immerhin gibt es heute welche. In den Zimmern sind keine Steckdosen, nur wenige im Aufenthaltsraum, sämtliche elektronische Geräte liegen zum laden auf einem Haufen.

Am dritten Tag fahren wir zum größten ausgetrockneten Salzsee der Welt. Eine unendliche weiße Fläche, wie zugefroren, aber es ist nicht kalt, die Sonne ist extrem intensiv und wird durch das Salz stark reflektiert. Sonnenschutz und Sonnenbrille sind heute noch wichtiger als vorher schon. In der Mitte des Sees ist die Salzschicht 10 Meter dick. Durch die riesige, nicht endende weiße Fläche,verliert man jegliches Gefühl für Entfernungen, deshalb wird dieser Ort von vielen Touristen für witzige Fotos genutzt, auch wir versuchen uns darin. Danach geht es zu der kleinen Isla de Pescado, einer Insel mitten im Salzsee, voll bewachsen mit großen Kakteen.

Unser letzter Halt ist der Cementerio de Trenes in Uyuni, ein Zugfriedhof außerhalb der Stadt.

Germán unser Fahrer fährt uns noch ins Zentrum, dann ist es an der Zeit sich zu verabschieden.

Wir hatten einen wirklich tollen Trip mit ihm, er hat uns sicher durch die außergewöhnliche Wüstenlandschaft gefahren, war immer freundlich und gut gelaunt.

Max wird als Einziger unserer Gruppe nach Chile zurück fahren, wir Anderen verabschieden uns von ihm und machen uns auf zum nächsten Hostel.

Uyuni ist klein, aber durch die Wüstentour voll von Touristen und doch schöner als am Anfang vermutet. Hier scheint die Zeit angehalten zu haben.

Die Bolivianer, vor allem die Frauen, sind traditionell gekleidet. Sie tragen mehrere knielange Röcke, Strickjacken, Schürze, einen Hut und lange geflochtene Zöpfe, an deren Enden große Trotteln hängen, auf dem Rücken haben viele von ihnen ein buntes Tuch in denen sie, fest eingewickelt, ihre Babys tragen.

Wir werden argwöhnisch begutachtet und haben das Gefühl nicht sonderlich willkommen zu sein.

Vom Hostel ist es nicht weit bis zum Busterminal, dort wollen wir, mal wieder, Tickets für unsere Weiterreise kaufen. Die Büros der unterschiedlichen Busunternehmen sind ziemlich heruntergekommen, wir fragen an verschiedenen Stellen und finden zum Schluss einen für uns passenden Bus. Die dicke Frau hinter dem Schreibtisch ist sehr unfreundlich, sie sagt uns, dass wir heute nur die weniger komfortablen Sitze buchen können und am nächsten Morgen wieder kommen sollen, verständnislos gehen wir unverrichteter Dinge zurück.

Im Reiseführer haben wir von einer Pizzeria gelesen, die wärmstens empfohlen wird, dort wollen wir Abendessen. Die Einheimischen können uns bei der Suche danach nicht weiter helfen, ziemlich versteckt finden wir sie am Ende doch noch und werden nicht enttäuscht.

Nach einer unruhigen Nacht im Mehrbettzimmer und einem kleinen Frühstück starten wir den nächsten Versuch an unsere Bustickets zu gelangen. Es dauert sehr lange, die Frau ist auch heute nicht freundlicher, wieder einmal sind wir froh Amelie an unserer Seite zu haben, die auf Spanisch alles regeln kann.

Unser Bus fährt erst um Zehn Uhr abends, uns bleibt noch der ganze Tag in Uyuni. Auf einer langen, breiten Straße sind Marktstände aufgebaut, zum Essen finden wir nichts, aber der Markt und die Menschen an sich sind schon einen Besuch wert.

Dann wird es Zeit zum Bus zu gehen. Die Busse stehen schon vor Ort und um sie herum große Trauben von Einheimischen mit Unmengen an großem Gepäck, Taschen, Kisten und Tüten, mittendrin Touristen,unschwer an ihren Rucksäcken zu erkennen.

Es wird Zeit das Gepäck zu verladen, was wir hier erleben, haben wir so noch nie gesehen, die Einheimischen drängeln sich mit ihrem halben Hausstand an uns vorbei, Bettgestelle, ein Quad, einen Bollerwagen, ein Kinderfahrrad, wir befürchten schon, dass unsere Rucksäcke aufs Dach müssen, aber alles passt, wie durch ein Wunder, in den Bus. Dann plötzlich wird der Motor abgestellt, der Bus ist dunkel. Einer der Männer, die das Gepäck verladen haben, hat während dessen sein Handy im Gepäckraum verloren… zum Glück muss nicht das gesamte Gepäck wieder ausgeladen werden, bis er es wieder findet.

Mit ein wenig Verspätung sitzen wir, einigermaßen bequem, im Nachtbus nach Sucre.

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Laguna Blanca

Laguna Blanca

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Wüstenfuchs

Wüstenfuchs

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unser Fahrer Germán

unser Fahrer Germán

Dali-Wüste

Dali-Wüste

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am Geysir

am Geysir

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unser Zimmer im 1. Wüstenhostel

unser Zimmer im 1. Wüstenhostel

gemeinsames Mittagessen

gemeinsames Mittagessen

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Laguna Colorada

Laguna Colorada

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kaum zu erkennen, die Lehmhütten unseres Hostels

kaum zu erkennen, die Lehmhütten unseres Hostels

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Árbol del Piedra- Stein mit der Form eines Baumes

Árbol del Piedra- Stein mit der Form eines Baumes

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Mittagessen mit Blick auf die Lagune

Mittagessen mit Blick auf die Lagune

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Bahnschienen zwischen Bolivien und Chile zum Transport von Mineralien

Bahnschienen zwischen Bolivien und Chile zum Transport von Mineralien

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Germán beim tanken

Germán beim tanken

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Salar de Uyuni

Salar de Uyuni

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Isla del Pescado

Isla del Pescado

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Tisch aus Salz

Tisch aus Salz

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auch ein Hotel aus Salz

auch ein Hotel aus Salz

Endlich mal etwas für Rainer - Cementerio de los Trenes

Endlich mal etwas für Rainer – Cementerio de los Trenes

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