Eine Flussfahrt, die ist lustig…!

Der Flughafen von Santa Marta liegt direkt am Meer, als wir aus dem Flugzeug aussteigen, werden wir von Abendsonne und warmer, salziger Meeresluft empfangen. Mit dem Taxi sind es ca. 17km bis ins Zentrum, was wir auf dem Weg zum Hostel sehen, gefällt uns nicht, aber gut, so ist es am Stadtrand meistens.

Santa Marta soll eine der ältesten Städte Südamerikas sein, wir erwarten also zumindest einen hübschen alten Stadtkern.

Um gar nicht erst groß um den heißen Brei zu reden, es gibt ihn nicht. Die Stadt ist laut, dreckig, ziemlich herunter gekommen, voller hupender Autos und Motorräder, ein nettes Straßencafé suchen wir vergeblich, der Strand passt zur Stadt, ist auch nicht sonderlich einladend.

Dummerweise haben wir im Voraus drei Nächte im Hostel gebucht, die verbleibende Zeit nutzen wir zur Planung der weiteren Reise und letzten Endes fällt unsere Entscheidung auf Palomino.

Ein kleines gelbes Taxi wird uns in das winzige Örtchen bringen. Unsere Rucksäcke passen nicht in den Kofferraum, also bleibt dieser offen und wird mit einem Gummiseil an Scheibenwischer und Stoßstange festgebunden, na hoffentlich hält das!

Wir sitzen schon, alle zur Abfahrt bereit, da springt der Fahrer noch einmal aus dem Auto, ruft „un momento“ und verschwindet im Hostel, zurück kommt er mit einem Pärchen, welches sich mit zu uns ins kleine Auto quetschen muss.

Unser Fahrer ist bester Stimmung, fährt barfuß, singt und tanzt, soweit im Sitzen möglich, zu laut dröhnender, karibischer Musik und missachtet sämtliche großen und kleinen Verkehrsregeln. Wilde Überholmanöver vor Bergkuppen, Kurven oder bei Gegenverkehr und 120kmh in 30er Zonen überstehen wir zum Glück unbeschadet, fahren vorbei an Bananenplantagen, staubigen Orten, am Meer entlang, der Sierra Nevada zu Füßen.

Unser Hostel ist erst zwei Monate alt, die Anlage wirklich schön, gepflegt und bepflanzt, es gibt einen Pool und ein Restaurant mit Steinofen, in der Ferne hört man das Meer rauschen. Die Chefin, Chiara, ist Italienerin, zusammen mit ihrem Freund, hat sie sich hier in Kolumbien den Traum vom eigenen Hostel verwirklicht.

Wir sind weit weg von Großstadt und Hotels, nachts hört man Grillen zirpen und allerlei andere Geräusche tropischer Waldbewohner, tagsüber bunte Vögel, ein Kolibri traut sich für einen Augenblick ganz nah an uns heran und die vielen Straßenhunde sitzen mit großen Augen neben Pizza essenden Touristen oder hoffen darauf ein bisschen gekrault zu werden.

Bis auf ein paar wenige Hostels, kleine Resaurants, Lädchen und Obststände gibt es hier nichts. Der Strand ist nur 150m von uns entfernt, wer will kann am Meer zelten oder in Hängematten schlafen, ein paar Einheimsche verkaufen selbstgemachten Schmuck, Dr. Sushi läuft mit seiner Kühltruhe auf und ab.

In den ersten Tagen liegen wir faul im Sand oder springen durch die hohen Wellen, dann bekommen wir überraschend Gesellschaft.

Sabrina, unsere schweizer Reisefreundin aus Bolivien und ihr Freund Beat sind zur selben Zeit wie wir in Kolumbien, über Whatsapp haben wir Kontakt gehalten, deshalb wussten sie wo sie uns finden, wir freuen uns sehr, dass wir uns wieder sehen.

Die größte Attraktion hier im Ort ist es, sich, auf einem Gummireifen, einen nahe gelegenen Fluss hinunter bis zum Meer treiben zu lassen, das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Gleich neben dem Hostel werden die großen Schwimmringe verliehen, die einheimische Jugend fährt uns mit Motorrädern ca. 20min durch den Wald, über holprige Sandwege, den Berg hinauf, den restlichen Weg bis zum Wasser müssen wir laufen. Hoch, hoch, hoch und dann rechts, wird uns der Weg beschrieben. Es ist heiß im tropischen Wald, immer mal wieder raschelt etwas im Gebüsch, so genau wollen wir gar nicht wissen was es ist, ab und zu sieht man eine Eidechse, eine Straße aus riesigen Ameisen kreuzt unseren Weg, dann endlich erreichen wir das Flussufer.

Im Gepäck haben wir gekühltes Bier und Cola, jeder platziert sich mehr oder weniger elegant auf seinem Reifen, Pröstli (wie man in der Schweiz sagt), es geht los.

Da es in den letzten Monaten kaum geregnet hat, ist nur wenig Wasser im Fluss und wir treiben meist langsam dahin, ab und zu kommt man in eine Strömung und muss mit den Armen paddeln um sich nicht irgendwo am Ufer zu verheddern, dann wieder sitzt man auf einer Sandbank auf und läuft ein paar Schritte. Bis man am Meer ankommt, dauert es zwei bis drei Stunden, um einen herum nichts weiter als schöne Landschaft und zwitschernde Vögel. Unten angekommen, tragen wir unsere Reifen am Strand entlang zurück bis zum Hostel, allmählich knurrt uns allen der Magen, aber der Ausflug war großartig und hat sich definitiv gelohnt!!!

Unser nächstes Ziel ist Cartagena, zu viert buchen wir einen Transport im Jeep, dieser wurde uns empfohlen, obwohl er etwas teurer ist, als der Bus, dafür können wir die Abfahrtszeit selbst bestimmen und uns direkt bis vors Hotel fahren lassen.

Wir sind zufrieden mit unserer Wahl, bis der Fahrer am Straßenrand hält und mit demonstrativen Sorgenfalten in den Motorraum des Autos blickt, er faselt etwas vom Öl… komisch es gab keine Anzeichen für ein Problem, keine Lampe, keine Geräusche oder Ähnliches.

Er sagt er kann nicht weiter fahren, ein Freund würde uns übernehmen,wir müssten nichts extra zahlen. Wir können gar nicht so schnell gucken, schon stehen wir vor einem kleinen Bus und unser Gepäck wird aufs Dach verfrachtet, unser Fahrer ruft uns auf Spanisch noch etwas zu und weg ist er.

Die restlichen 130km fahren wir in einem klapprigen, stickigen Bus und natürlich nicht bis zu unserem Hotel.

Wir sind uns sicher, dass das von vorn herein genau so geplant war, alles. Ohne einen Anruf zu tätigen wurden wir am Bus abgesetzt der rein zufällig von dort nach Cartagena fährt und unser Fahrer, der auf halber Strecke wohnt, hat gut verdient und sich vier Stunden Autofahrt gespart.

Ein Hoch auf die doofen Touristen, die man so wunderbar über den Tisch ziehen kann.

Nichts desto trotz kommen wir gut in Cartagena an, müssen nicht weit bis zum Hotel laufen und passiert ist uns auch nichts, also was nützt der Ärger, weiter geht’s in die hübsche Altstadt.

Hafen von Santa Marta

Hafen von Santa Marta

P1090090_1 P1090091_1 IMG-20160218-WA0009P1090095_1

P1090096_1

Palomino – der Weg zum Strand

P1090097_1 P1090100_1 P1090102_1 P1090108_1 P1090116_1IMG_0035 IMG_0053 IMG_0065 IMG-20160221-WA0000_1P1090122_1 P1090123_1 P1090125_1 P1090130_1 P1090131_1 P1090132_1 P1090136_1 P1090149_1 P1090150_1 P1090158_1P1090152_1

 

mein kleiner Fahrer Viktor sagt er sei 16, war aber bestenfalls 13

mein kleiner Fahrer Viktor sagt er sei 16, war aber bestenfalls 13

IMG_0075 IMG_0079 IMG_0083 IMG_0082 IMG_0086 IMG_0087 IMG_0095 IMG_0098 IMG_0109 IMG_0130 IMG_0150 IMG_0155 IMG_0172 IMG_0174 IMG_0183

hinter einem schmalen Stück Strand rauscht das Meer

hinter einem schmalen Stück Strand rauscht das Meer

IMG_0194 IMG_0197 IMG_0198 IMG_0205IMG-20160222-WA0000

Cartagena

Cartagena

P1090190_1P1090191_1P1090194_1P1090196_1P1090197_1P1090200_1P1090201_1P1090202_1P1090213_1P1090215_1P1090217_1P1090227_1

schaukeln in der Eisdiele :-D

schaukeln in der Eisdiele 😀

IMG-20160225-WA0000P1090235_1P1090238_1P1090242_1P1090245_1P1090246_1P1090250_1P1090251_1P1090254_1

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s