Wo genau geht es denn bitte nach Mexiko, wir haben’s bisher nicht gefunden!

In Bogota verbringen wir noch zwei Tage, dann fliegen wir nach Mexiko, Cancun.

Sabrina wollte eigentlich weiter nach Peru, hat nun aber all ihre Pläne über den Haufen geworfen und beschlossen mit uns zu kommen, allerdings einen Tag später.

Im Flugzeug sitzen wir 1. Klasse, vielleicht eine Verwechslung, wir haben jedenfalls nix dagegen.

Angekommen in Cancun bringt uns ein Shuttle-Bus zum Hostel. Unser Weg führt vorbei an der 22 Kilometer langen Straße mit Luxushotels, Bars Restaurants und Discotheken, eine vollkommen andere Welt. Man merkt deutlich, wie nah wir den USA sind und schütteln immer wieder die Köpfe. Eine Betonburg an der anderen, in welchen tausende von Touristen untergebracht werden können, immer größer, höher, weiter… mit entspanntem Urlaub in der Karibik hat das für uns rein gar nichts zu tun!

Unser Hostel ist in Downtown, weit genug weg von den vielen Hotels. Zwei Straßen weiter ist ein großer Platz mit Bühne, auf der getanzt wird, viele Fressbuden und überall um uns herum fahren kleine Kinder in elektrischen Autos, die Allerkleinsten werden von ihren strahlenden Vätern per Fernbedienung gelenkt. In einem Park wird abends Salsa getanzt.

Nachdem auch Sabrina in Cancun angekommen ist, wollen wir ein Stück die Gegend erkunden, mit dem Bus fährt man günstig zum Stadtstrand, das Meer ist blau und der Sand weiß, aber der Wind so stark, dass die feinen Sandkörner wie kleine Nadeln stechen, die Wellen sind sehr hoch, nicht die beste Ausgangssituation für einen Strandtag. Also fahren wir zur Shopping- Mall, in der gigantischen Anlage findet man von teuren Designerläden bis Souvenirs und Schnick Schnack alles. Eine künstliche Stadt aus bunten Häusern, die perfekt inszenierte heile Welt, um uns herum massenhaft Touristen, man hat’s halt mal gesehen…

Nicht weit von Cancun befindet sich die kleine Insel Isla Mujeres, Beat, Sabrinas Freund, war vor einigen Jahren schon dort und hat sie uns wärmstens empfohlen. Ein Taxi bringt uns zum Hafen, von da aus fahren im halben Stunden Takt Fähren zur Insel. Die Fahrt dauert nicht lang, vielleicht 20 Minuten, trotzdem werden Snacks und Getränke verkauft, ein Alleinunterhalter spielt Gitarre und singt.

Wir werfen nur schnell unser Gepäck in der Unterkunft ab, gehen etwas essen und an den Strand.

In den letzten Jahren scheint sich auch hier einiges verändert zu haben, Geld steht an oberster Stelle, von der wohl einst verträumten kleinen Insel mit nur einem Hotel, kleinen Pensionen und wenigen Restaurants ist kaum noch etwas zu erkennen.

Mit ein wenig Geduld findet man aber auch hier ruhigere Fleckchen an denen man sich wohl fühlen kann.

Wir wollen uns einen Golf-Caddy ausleihen und damit um die Insel fahren, der Besitzer guckt mich an und sagt stolz „you will like it! It’s pink!“, wenn der wüsste, aber ich halte meine Gesichtszüge unter Kontrolle. 😛 Später fällt es uns dafür nicht schwer unser Gefährt in der Menge der vielen anderen wieder zu finden.

Die Caddys sind nicht schnell, damit rum fahren macht trotzdem Spaß, wir halten immer mal an, genießen die Aussicht, trinken was Kaltes und verbringen noch ein paar Stunden am Strand.

Außerhalb des touristischen Gewimmel haben wir das Mango Café entdeckt, hier gibt es zwar wider erwarten keinen Kaffee, dafür aber super leckeres Essen.

Schon nach der ersten Nacht im Hostel hatten wir den Verdacht nicht allein im Zimmer zu sein, nachdem wir die typischen Bisse an uns finden, sind wir sicher, wir haben Bettwanzen. Widerliche kleine Blutsauger, die sich am Tag verstecken und in der Nacht zum Vorschein kommen, auch Betten wechseln nützt nichts, jeder von uns hat diese fies juckenden Bisse am Körper. Wir können nur hoffen, dass wir sie nicht im Gepäck mitnehmen.

Uns bleibt noch ein Tag auf der Insel, dann ziehen wir weiter an den Playa del Carmen. Von vorn herein ist klar, dass wir eine Ballermann ähnliche Gegend vorfinden werden, aber die Strände, tauchen und schnorcheln soll hier echt schön sein.

Mit dem Bus von Cancun ist es nicht weit, was uns hier erwartet, hätte trotzdem niemand von uns für möglich gehalten. Auf einer endlos langen Straße nicht weit vom Strand ist der Teufel los, ein Geschäft am anderen, Restaurants, Lärm, Lichterketten, alle zwei Meter dröhnt einem andere Musik ins Ohr und massenhaft Menschen schieben und drängeln aneinander vorbei, Zustände wie bei einem Stadtfest oder in den Shoppingcentern kurz vor Weihnachten. Auch am Strand sieht es ähnlich aus, der schmale Sandstreifen ist voll mit Menschen, wir sind fassungslos!!! Die Taxifahrer verlangen unverschämte Preise, an jeder Bar versucht man uns davon zu überzeugen hinein zu gehen, an Ständen, die mit Touristeninformation beschriftet sind, bekommt man teure Ausflüge aufgequatscht.

Ich bin echt enttäuscht! Wie oft schwärmen die Leute von Mexiko? Aber wieso? Bisher sehe ich nichts als dicke, reiche Menschen, die mit vollen Händen ihr Geld zum Fenster raus schmeißen, oder solche, die versuchen an eben dieses heran zu kommen. Vielleicht gab es hier vor langer Zeit eine wirklich schöne und sehenswerte Landschaft, aber mittlerweile wird jede noch so kleine Fläche zugebaut, nichts um uns herum ist typisch mexikanisch, kein Flair, wir drei haben nur das dringende Bedürfnis möglichst schnell von hier fort zu kommen.

Ja, es war klar, dass Cancun und Playa del Carmen nicht Mexiko bedeuten, auch, dass es viele Touristen geben wird, aber Touristen gab es bisher überall, so schlimm wie hier war es nirgendwo.

Jetzt sitzen wir im Bus, die dreisten Taxifahrer haben sich wieder einen anderen Preis für die immer gleiche Strecke ausgedacht, wer nicht bereit ist diesen zu zahlen, wird wortlos stehen gelassen.

Unsere Rucksäcke haben mit Ach und Krach ins Gepäckfach gepasst, aber es gibt nicht mehr genug Sitzplätze, die ersten Minuten sitzen Sabrina und ein weiterer Passagier auf dem Boden, dann wird ihnen mysteriöser Weise doch noch ein Platz angeboten.

Im Moment sind wir nicht sonderlich gut auf Mexiko zu sprechen, ehrlich gesagt würde ich sogar jedem, der mich fragt, davon abraten her zu kommen. Vielleicht sind nach der langen und abwechslungsreichen Reise unsere Ansprüche zu hoch? Nein, das ist es nicht, wir waren schon in ganz anderen und vor allem viel ärmeren Ländern. Wir brauchen keinen Luxus, was wir suchen, sind freundliche, offene Menschen und das wahre Mexiko, wir hoffen sehr etwas davon in Tulum zu finden.

Ein paar schöne Fotos gibt es trotzdem…

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You will like it! It's pink!

You will like it! It’s pink!

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Playa del Carmen

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