Viva Cuba – in einem Land vor unserer Zeit

Nachdem wir Ostern auf der Insel Cozumel verbracht haben, verlassen wir Mexiko, ohne besonders traurig darüber zu sein und fliegen für unsere letzten zwei Wochen nach Kuba.

Leider müssen wir gleich zum Flughafen und ich hab es nicht geschafft noch einen ausführlichen Beitrag zu schreiben, aber von Kuba wird es einen geben.

Sabi bringt uns zum Bus, hier trennen sich unsere Wege, nochmal fest drücken und winken zum Abschied, aber wir sehen uns ganz sicher irgendwann wieder.

Am Flughafen in Cancun müssen wir eine Touristenkarte für Kuba kaufen, ansonsten läuft alles wie gehabt. Der Flug dauert nur eine gute halbe Stunde und schon landen wir in Havanna, erst durch die etwas ruppige Passkontrolle, dann an dem einen vorhandenen Band unser Gepäck holen danach teilen wir uns mit einem anderen Pärchen ein Taxi ins Zentrum.

Über das Kuba-Forum im Internet hat Marcel Kontakt zu einem Deutschen aufgenommen, der Zimmer in der Altstadt Havannas vermietet.

Kaum die Stadt erreicht, schon ist man mitten drin im quirligen Kuba. Während die Fassade von den schicken alten Häusern bröckelt, spielt sich der Großteil des Lebens auf den Straßen ab. Die älteren Leute sitzen vor ihren Hauseingängen und quatschen mit den Nachbarn. Kinder spielen Fußball, zwei Jungs mit Glasmurmeln, Fahrradtaxis holpern durch die Gassen, Oldtimer schlängeln sich um die aufgerissenen Straßen und Baustellen herum, aus den Bars und Wohnungen hört man Salsamusik, Männer sitzen Zigarre rauchend an Tischen und spielen Domino.

Unsere Unterkunft ist schnell gefunden, wir könnten stundenlang auf dem Balkon damit zubringen die Menschen in den Straßen zu beobachten. In unmittelbarer Nähe, an der nächsten Straßenecke, ist ein Fleischer, hinter ein paar Gitterstäben sehen wir, wie zwei Hände auf einem abgesägten Baumstamm mit einem großen Messer rohe Fleischstücken zerteilen, ab und zu bleibt jemand vor dem Gitter stehen, steckt einen Geldschein durch und nimmt eine Plastiktüte entgegen, ein Mann kauft einen Schweinefuß.

Dank der viel zu kalten Klimaanlagen in Mexiko sind wir ziemlich erkältet und nicht ganz so energiegeladen wie wir es gern wären, aber das hält uns nicht davon ab neugierig durch die Altstadt zu bummeln. Um Kraft zu sparen, fahren wir mit dem Doppelstockbus an den vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Schon bei unserem letzten Besuch in Havanna, vor genau einem Jahr, war ich begeistert vom wunderschönen Theater gleich neben dem Capitol, leider war es wegen Bauarbeiten geschlossen, in diesem Jahr haben wir mehr Glück. Seit Januar sind die Bauarbeiten beendet und wir können am Nachmittag an einer kleinen Führung durch das Gebäude teilnehmen.

Im Restaurant eines Hotels beobachten wir einige Leute mit ihren Handys und fragen den Kellner, ob es hier Internet gibt, er sagt wir sollen im Laden nebenan eine Internetkarte kaufen.

An einigen Stellen in der Stadt gibt es Wlan-Hotspots, unschwer daran zu erkennen, dass um einen herum alle auf ihr Handy konzentriert sind. Hat man eine Internetkarte erstanden (3CUC für eine Stunde) rubbelt man das Passwort auf der Karte frei und kann sich einloggen, um für kurze Zeit Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Abgesehen von diesem einen Mal bleibt mein Handy in den nächsten Tagen aus, mit meiner Sim-Karte habe ich noch nicht einmal Empfang. Pause von allem, was einen sonst so oft davon abhält das Leben um sich herum wahrzunehmen, kein Handy, kein Facebook, kein Internet, also auch mal keine Schreckensnachrichten von den schlimmen Geschehnissen im Rest der Welt.

Nach zwei Tagen fahren wir mit dem Bus nach Varadero.

An der 30. Straße werden wir raus gelassen, dieses Mal haben wir keine Unterkunft gebucht und hoffen nicht lange suchen zu müssen. Viele private Familien auf Kuba vermieten nebenbei Zimmer um sich etwas dazu zu verdienen, ein blaues Zeichen am Haus, ähnlich wie ein Anker, weißt darauf hin, achtet man einmal darauf, sieht man sie überall.

Wir klingeln, ein freundlicher Mann empfängt uns und bietet uns einen Sitzplatz in seinem Haus an, seine Zimmer sind belegt, aber seine Mutter telefoniert bereits mit der Nachbarschaft, keine zwei Minuten später begleitet uns der Mann zu unserer Unterkunft. Ein sauberes Zimmer mit eigenem Bad, nicht weit vom Meer, die nette Vermieterin bietet uns jeden Morgen Frühstück in ihrer Wohnküche an, was wollen wir mehr.

Zuerst möchten wir Laura, unsere kubanische Freundin, anrufen und fragen, wann Sie Zeit hat sich mit uns zu treffen. Münztelefone findet man hier ziemlich oft, allerdings braucht man dafür die einheimischen Münzen, mit unseren CUC kommen wir hier nicht weit. Unsere Vermieter sind so nett und lassen uns telefonieren. Wir vereinbaren ein Treffen für den nächsten Tag und begeben uns danach umgehend an den Strand.

Die Kubaner leben in vielerlei Hinsicht ein entbehrungsreiches Leben, aber ihre Strände gehören zu den Schönsten auf der Welt, vor allem in Varadero. Ewig lange Sandstrände, türkisblaues, warmes Wasser, Palmen und verhältnismäßig wenig los, wenn man von den Sonntagen absieht.

Am Sonntag ist man am Strand umgeben von Einheimischen, die in großen Gruppen beladen mit Kühltruhen und Essen für mindestens eine Woche ans Meer strömen. Von Alt bis Jung sind alle dabei, man sitzt im Schatten, isst, lacht, trinkt, hört Musik und sieht den Kindern beim toben zu. Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen man zwischen Massen von Touristen in einem Meer von Liegestühlen untergeht, genießen wir es die Einheimischen zu beobachten.

Am nächsten Tag um 10 Uhr sind wir verabredet und warten, typisch Deutsch, überpünktlich auf die zierliche, fröhliche Kubanerin. Gegen 10.45 Uhr ist es endlich soweit, Laura und Santiago, ihr Freund, begrüßen uns strahlend. Santiago sagt, für Kubaner sind Sie immer noch pünktlich. In Kuba weiß man nie so genau wann und ob ein Bus kommt, oder ein Colectivo hält, um einen mitzunehmen, auch die Arbeitgeber sind darauf eingestellt, dass ihre Angestellten Stunden zu spät oder auch mal gar nicht erscheinen.

Laura hatte vor kurzem Geburtstag, wir hatten Sie von Mexiko aus angerufen und ihr ein Geburtstagslied gesungen und haben ihr heute ein paar Kleinigkeiten mitgebracht. Das mit Abstand beste Geschenk für Sie, ist ein großes Glas Nutella. Schon im Jahr zuvor hatten wir Ihr eins mitgebracht, Sie kannte es bis dahin nicht, aber Ihre komplette Familie war begeistert von der Nuss Nougat Creme und hat es innerhalb kürzester Zeit ausgelöffelt.

In den nächsten Tagen verbringen wir viel Zeit am Strand, besuchen Laura und Santiago in Matanzas, gehen zusammen schnorcheln, machen eine Jeep-Safari und lernen dabei Kathi und Andy aus Bayern kennen und lassen die Seele baumeln. Auch ohne permanentes Unterhaltungsprogramm vergehen 11 Tage wie im Flug. Ausgiebig wird der letzte Strandtag genossen, eine Sandburg gebaut und sich noch einmal von allen Seiten gebräunt. Abends treffen wir uns noch einmal mit Laura und Santiago, in der Beatles-Bar, in welcher Santiago arbeitet, trinken einen Pina Colada und verabschieden uns schweren Herzens wieder von den Beiden und von Varadero.

Am Tag darauf, fährt schon früh unser Bus zurück nach Havanna. Nachdem wir nur schnell unser Gepäck in der Casa abgeworfen haben, verbringen wir den Rest des Tages in der Altstadt. Am Wlan-Hotspot senden wir endlich mal wieder ein Lebenszeichen nach Hause, trinken Cappuccino im Straßencafé, während neben uns eine Band Salsa spielt und auf der Straße die schönen Oldtimer vorbei fahren und laufen danach ziellos durch die Gassen.

Um uns herum sind kaum noch Touristen zu sehen, aber wir fühlen uns wohl unter den Einheimischen. Wir gelangen an eine frisch geteerte Straße, schon bei den vorbei fahrenden Autos hört man, wie die Räder im Teer kleben, an einer Stelle, an der die Straße trockener zu sein scheint versuchen wir diese zu überqueren, aber schon nach zwei Schritten bleiben meine Flip Flops kleben, beim nächsten Schritt zieht es die Riemen zwischen den Zehen raus, mir bleibt nichts anderes übrig, als die restlichen Schritte barfuß weiter zu gehen, während Marcel meine Schuhe rettet. Mit reparierten Schuhen und schwarzen Teer-Füßen laufen wir weiter.

Wir wollen noch mal an den Malecon, die weltbekannte Küstenstraße, denn wir haben noch immer unser Vorhängeschloss im Gepäck. An einem besonders schönen Ort soll es hängen, bisher haben wir noch nicht die passende Stelle gefunden, aber hier wir werden fündig. An einer geschweißten Statue, in Richtung Meer und Sonnenuntergang hängen wir es so unauffällig wie möglich auf und werfen danach den Schlüssel ins Meer.

Bei einem Pina Colada lassen wir den Abend ausklingen, dann tragen uns unsere müden schmutzigen Füße zurück zur Unterkunft.

Geweckt werden wir von den eher mittelmäßigen Gesangskünsten eines Kubaners, der im Innenhof, ziemlich laut und monoton ein gesamtes Katy Perry Album mitsingt, die Ohrwürmer begleiten uns bis nach Mexiko.

Morgen fliegen wir zurück nach Deutschland, den letzten Tag unserer langen Reise gucken wir uns noch ein bißchen in einer der größten Städte der Welt um. Hasta luego!

noch ein paar Bilder aus Mexiko...

noch ein paar Bilder aus Mexiko…

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unser schönes Hostel auf der Isla Cozumel

unser schönes Hostel auf der Isla Cozumel

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Mietwagen für einen Tag

Mietwagen für einen Tag

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Havanna

Havanna

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unsere Casa Particular

unsere Casa Particular

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der Fleischer

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Addys Mercedes beim Videodreh auf unserer Straße

Addys Mercedes beim Videodreh auf unserer Straße

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die Hotelfassade wird neu gestrichen

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Theaterführung

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1. Wiedersehen mit Laura und Santiago

1. Wiedersehen mit Laura und Santiago

Vamos a la Playa

Vamos a la Playa

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warten auf unser landestypisches Essen

warten auf unser landestypisches Essen

mal wieder beim Frisör

mal wieder beim Frisör

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bei den Nachbarn im Garten...

bei den Nachbarn im Garten…

sämtlicher Schinken meiner Pizza wurde abgegeben

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im Oldtimer nach Matanzas

im Oldtimer nach Matanzas

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Hier mal was für Susan, eine wunderschöne, alte Apotheke

Hier mal was für Susan, eine wunderschöne, alte Apotheke

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von 1890-1964 in Betrieb, jetzt nur noch Museum

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ein Trabi!!!

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Schüler in Uniform

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Varadero

Varadero

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Jeep-Safari

Jeep-Safari

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der Milchmann

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Bootsfahrt auf dem Rio Canimar

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beim Mittagessen heimlich die abgemagerten Hunde gefüttert

beim Mittagessen heimlich die abgemagerten Hunde gefüttert

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die Schulkinder winken uns

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vom Papa abgeholt worden

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zum Glück müssen wir das Auto nicht putzen

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auf dem weg zum schnorcheln

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bitte lächeln!

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mittags beim Italiener

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unsere Sandburg

unsere Sandburg

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wieder in Havanna

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hier werden Brillen repariert

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Teer-Füße

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da hängt es!

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